Erfahrungsberichte

Meine Auslandserfahrung in Taiwan

Bild von Alexander Komar

Alexander Komar

Von September 2013 bis Februar 2014 durfte ich ein Auslandssemester an der National Chi Nan University in Taiwan im Landkreis Nantou verbringen. Ausschlaggebend für die Entscheidung, an der NCNU zu studieren, war für mich eine Informationsveranstaltung zum Auslandsstudium im 3. Semester. Zwischen den typischen europäischen ERASMUS-Zielländern stach Taiwan für mich als spannend und herausfordernd heraus. Mein Interesse für asiatische Sprachen und Kulturen war schon immer sehr ausgeprägt und das Austauschprogramm ermöglichte es mir, einen Einblick in ein großartiges Land und seine Leute zu bekommen.

Der schöne, weitläufige und grüne Campus der Universität befindet sich nahe der kleinen Stadt Puli (ca. 80.000 Menschen), welche im Zentrum der taiwanischen Insel, umgeben von hohen Bergen und viel subtropischer Natur, liegt. Obwohl die Universität eher abseits gelegen ist, erreicht man die nächste Millionenmetropole Taichung mit dem Bus in ca. einer Stunde und die Hauptstadt Taipei ist in etwas über drei Stunden zu erreichen. Da Taiwaner aber sehr viel Wert auf ein bequemes Leben legen findet man auch in Puli alles, was man für das alltägliche Leben benötigt. Dafür sorgen auch die kleinen Convenience Stores, eine Mischung aus Café, Schnellimbiss und Tante-Emma-Laden, welche man wirklich an jeder Ecke und selbst auf den höchsten Berggipfeln findet, aber auch die vielen Fastfood-Läden, Garküchen und Straßenverkäufe. Verhungern wird man in Taiwan definitiv nicht und das wird man auch nicht wollen, da das, oft sehr exotische, Essen fantastisch schmeckt.

Natürlich hatte ich zu Beginn gewisse Sorgen, mit der Sprache, die ich nicht spreche, und der Kultur nicht zurecht zu kommen, doch dank der frühzeitigen Unterstützung durch Dozenten und Studenten (auf englischer und auf deutscher Sprache!) der NCNU, stellte sich sowohl der Bewerbungsprozess wie auch die Ankunft im Land und an der Universität als äußerst unkompliziert dar. So bekam ich zum Beispiel Hilfe bei der Suche nach einer passenden und günstigen Unterkunft in Puli, bei der Einschreibung in die verschiedenen interessanten englischsprachigen Seminare und Vorlesungen (die Auswahl an englischsprachigen Kursen über die Fakultäten hinweg ist zwar nicht riesig, aber reicht durchaus um einen umfassenden Semesterstundenplan zu füllen) und beim Zurechtkommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der neuen Stadt, welche im Übrigen in ganz Taiwan sehr modern, bequem, praktisch und unvergleichlich günstig sind. Und auch sonst habe ich dank der unheimlich freundlichen Mitstudenten sehr schnell Anschluss finden und neue Freundschaften knüpfen können, welche bis heute bestehen. Gastfreundschaft wird bei Taiwanern sehr groß geschrieben. So haben die Studenten viele Ausflüge organisiert und uns so Stück für Stück ihr wunderschönes Land gezeigt und ihre vielschichtige Kultur erklärt.

Die Veranstaltungen, welche ich besucht habe waren sehr abwechslungsreich. Dazu gehörten Seminare zu Themen wie Führung und Weisheit und zum Spracherwerb mit modernen Technologien. Neben den üblichen Veranstaltungen bietet die NCNU auch Sprach- und Sportprogramme an. Ansätze der chinesischen Sprache konnte ich mir in einem Sprachkurs für Austauschstudenten aneignen. Dieser wird vom Institut für Lehrerausbildung angeboten und kann von jedem Austauschstudenten besucht werden. Das Sportangebot ist mit Basketball, Volleyball, Canoeing und vielen anderen Sportarten sehr umfangreich und gut begleitet. Außerdem bietet das Sportinstitut eine große Sportschwimmhalle mit Sauna und einen sehr gut ausgestatteten, großen Fitnessraum.

Abseits der Vorlesungszeiten sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, die kleine, aber sehr abwechslungsreiche Insel zu erkunden und die bunten und lauten Feste, wie zum Beispiel das Mondfest, das Chinesische Neujahrsfest und das Laternenfest, mitzufeiern.

Alles in allem war der Austausch für mich ein unvergessliches Erlebnis, bei dem ich nicht nur gute neue Freunde finden, sondern auch die Grundzüge einer der weltweit meistgesprochenen Sprachen erlernen und auch einen Einblick in eine andere Kultur bekommen konnte und so an Weltoffenheit und Toleranz gewonnen habe. Taiwan ist ein selbstständiges, modernes, demokratisches Land mit freundlichen, engagierten und strebsamen Menschen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Taiwan und Deutschland ihre politische und wissenschaftliche Beziehung weiter ausbauen können und dass der kulturelle Austausch dazu führt, dass die Menschen in einem regen und offenen Kontakt stehen und voneinander lernen können.

Nach dieser einzigartigen Erfahrung habe ich mich entschlossen mich weiterhin mit diesem wundervollen Land und seinen Menschen zu beschäftigen und Taiwan den Menschen in Deutschland näher zu bringen und sie anzuregen die schöne Insel auch selbst zu besuchen. Aus diesem Grund habe ich auch diese Seite ins Leben gerufen.